Amphibien und Reptilien sind vielfältig bedroht

Autoverkehr, Klimaveränderung ...

Amphibien sind alleine durch Ihren Lebensraum mitten unter uns bedroht. Sie wandern vom Landlebensraum zum Wasserlebensraum und durchqueren nicht nur unsere Gärten, sondern müssen natürlich auch über Straßen und Wege. Dabei fallen sie in Fensterschächte, kommen unter die Räder oder werden Opfer unserer verbauten Umwelt. Naturnahe Gärten, unasphaltierte Wege und niedrige Bordsteine helfen ihnen auf ihrem Weg, aber gegen Autos und breite Straßen haben sie kaum eine Chance. Sollten sie auf Dortmunder Stadtgebiet einen Straßenbereich finden, wo viele überfahrene Amphibien zu finden sind, würden wir uns über eine Nachricht mit Ortsangabe sehr freuen.

Gefundene tote Tiere können Sie hier melden:

Die Feuersalamander sind in Gefahr

Ein tödlicher Pilz ist nun auch in Dortmund angekommen.

Die AGARD e.V. bittet Naturfreunde um Mithilfe.

 

In Dortmund sind von den Amphibienarten der Laubfrosch seit 1962 und die Gelbbauchunke seit 1985 verschollen bzw. regional ausgestorben. Dasselbe Schicksal droht nun auch dem Feuersalamander, einer Art, die wir in den letzten Jahren noch häufig in den Dortmunder Wäldern beobachten konnten. Im Dezember 2019 wurden zwei tote Feuersalamander im Dellwiger Bachtal gefunden, ein weiteres totes Tier wurde Anfang Februar 2020 im Kruckeler Wald entdeckt.

 

An den Tieren wurde der seit 2013 beschriebene tödliche Amphibien-Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans, kurz Bsal, nachgewiesen, der eingeschleppt aus Südostasien in den Niederlanden, in der Eifel und in Essen schon ein Massensterben des Feuersalamanders verursacht hat.

 

Für die Verbreitung dieses Pilzes trägt der Mensch eine große Verantwortung. Die Sporen von Bsal können sich, z.B. über den Kontakt mit Waldboden und Schlamm an Schuhen und Autoreifen anheften und somit weitergetragen werden. Daher sollten bei Spaziergängen im Wald, die Wege nicht verlassen werden. Dies gilt auch für Hunde und Mountainbiker. Wer in Wäldern unterwegs ist, sollte die Schuhe und Reifen seines Fahrzeugs gründlich von anhaftender Erde befreien und desinfizieren, bevor er sich in einen anderen Waldbereich begibt.

 

Um eine weitere Ausbreitung und Verschleppung dieser Krankheit durch den Menschen zu verlangsamen, müssen die Hygienemaßnahmen des LANUV eingehalten werden. Weitere Informationen hierzu gibt es unter:

https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/natur/arten/pdf/Faltblatt_bsaleurope.com.pdf

https://www.uni-trier.de/en/universitaet/fachbereiche-faecher/fachbereich-vi/faecher/biogeographie/salamanderpest-/-bsal

http://www.ag-urodela.de/bsal

https://dght.de/files/web/pdfs/positionspapiere/DGHT-Positionspapier%20Salamanderpilz_Bsal.pdf

Wer Feuersalamander beobachtet, sollte dies der AGARD e.V. (naturschutz@agard.de; Tel.: 0231-128590) melden.

Dies gilt auch für lethargische oder tote Tiere. Bitte die Tiere nicht berühren!

Die AGARD kümmert sich um die Funde und gibt die Informationen dann an die Universität Braunschweig und das Umweltamt der Stadt Dortmund weiter.

 

AGARD-Naturschutzhaus im Westfalenpark
Geschäftsleitung: Dr. Hans-Dieter Otterbein
An der Buschmühle 3
44139 Dortmund
Tel.: 0231-12 85 90

E-Mail: naturschutz@agard.de

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